Apfelwickler bekämpfen: Wurmige Äpfel erkennen und Ernteverluste verhindern
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) gehört zu den gefährlichsten Schädlingen im Obstbau. Seine Larven verursachen wurmige Äpfel und können ganze Ernten zerstören. In diesem Artikel erfährst du, wie du den Schädling erkennst und effektiv bekämpfst.
Was ist der Apfelwickler?
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) gehört zu den bekanntesten Schädlingen im Obstbau. Besonders Apfelbäume sind betroffen, aber auch Birnen und Walnüsse können befallen werden.
Die eigentlichen Schäden entstehen durch die Larven des Falters. Nachdem die Eier geschlüpft sind, bohren sich die Raupen in die Früchte und fressen sich bis zum Kerngehäuse. Dadurch entstehen typische Fraßgänge im Fruchtfleisch.
Die betroffenen Äpfel werden häufig als wurmige Äpfel bezeichnet. Sie sind meist ungenießbar und fallen oft frühzeitig vom Baum.
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Welche Bäume befällt der Apfelwickler?
Der Apfelwickler befällt vor allem Kernobstgewächse. Besonders häufig tritt er an Apfelbäumen auf.
- Apfelbaum (Malus domestica)
- Birnbaum (Pyrus communis)
- Walnussbaum (Juglans regia)
- Quitte (Cydonia oblonga)
Vor allem in Streuobstwiesen und naturnahen Gärten kann sich der Schädling stark vermehren.
Lebenszyklus des Apfelwicklers
Frühjahr und Frühsommer
Sobald die Abendtemperaturen über 15°C steigen (meist ab Mai), beginnen die Falter mit der Eiablage direkt auf den jungen Früchten oder Blättern.
Sommer
Die Raupen schlüpfen und bohren sich innerhalb weniger Stunden in den Apfel. Sie fressen sich bis zum Kerngehäuse vor. In warmen Jahren kann ab Juli eine zweite Generation entstehen.
Herbst und Winter
Die Larven verlassen den Apfel und suchen sich Verstecke in Rindenspalten oder im Boden, wo sie sich in einem festen Kokon verpuppen und überwintern.
Apfelwickler erkennen – typische Schäden
Frühe Symptome
- Kleine Einstichstellen auf der Apfelschale
- Rötliche Verfärbungen rund um das Einbohrloch
- Vorzeitiger Fruchtfall im Juni oder Juli
Fortgeschrittener Befall
- Sichtbare Fraßgänge im Fruchtfleisch
- Braune Kotspuren im Apfel
- Raupen am Kerngehäuse
Apfelwickler effektiv bekämpfen
Mechanische Soforthilfe
- Fallobst entfernen: täglich aufsammeln
- befallene Früchte entsorgen
- Wellpappgürtel am Stamm
Biologische Methoden
- Nematoden einsetzen
- Nützlinge fördern
- Meisenkästen aufhängen
Häufige Fragen zum Apfelwickler
Sind wurmige Äpfel noch essbar?
Ja, sie sind nicht giftig. Die betroffenen Stellen sollten jedoch großzügig entfernt werden.
Wann sollte man Pheromonfallen aufhängen?
Ab einer konstanten Abendtemperatur von etwa 15°C, meist Anfang bis Mitte Mai.
Helfen Gelbtafeln gegen Apfelwickler?
Nein. Gelbtafeln helfen gegen Kirschfruchtfliegen, nicht gegen Apfelwickler.
Fazit
Der Apfelwickler gehört zu den wichtigsten Schädlingen im Obstbau. Mit regelmäßiger Kontrolle, biologischen Methoden und guter Hygiene lässt sich der Befall jedoch deutlich reduzieren.
Häufige Fragen zum Apfelwickler
Was ist der Apfelwickler?
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) ist ein Schmetterling aus der Familie der Wicklerfalter. Die eigentlichen Schäden werden durch seine Larven verursacht, die sich in Äpfel bohren und dort Fraßgänge hinterlassen.
Warum sind meine Äpfel wurmig?
Wurmige Äpfel entstehen meist durch einen Befall mit Apfelwicklern. Die Raupen fressen sich vom Bohrloch bis zum Kerngehäuse durch das Fruchtfleisch.
Wann tritt der Apfelwickler auf?
Die ersten Falter erscheinen meist im Mai. Je nach Witterung können bis zu drei Generationen pro Jahr auftreten. Besonders aktiv ist der Schädling zwischen Mai und August.
Wie erkennt man einen Apfelwicklerbefall?
Typische Anzeichen sind kleine Bohrlöcher auf der Apfelschale, braune Kotkrümel sowie Fraßgänge im Fruchtfleisch. Oft fallen befallene Früchte frühzeitig vom Baum.
Sind wurmige Äpfel noch essbar?
Grundsätzlich sind wurmige Äpfel nicht giftig. Die betroffenen Stellen sollten jedoch großzügig entfernt werden. Befallene Früchte sind meist nicht lange lagerfähig.
Wann sollte man Pheromonfallen einsetzen?
Pheromonfallen sollten ab Mai aufgehängt werden, sobald die Temperaturen steigen. Sie helfen dabei, den Flug der Falter zu überwachen und den richtigen Zeitpunkt für Gegenmaßnahmen zu bestimmen.
Wie kann man Apfelwickler natürlich bekämpfen?
Biologische Methoden sind besonders effektiv. Dazu gehören das Aufhängen von Nistkästen für Meisen, der Einsatz von Nematoden sowie das regelmäßige Entfernen von Fallobst.
Helfen Gelbtafeln gegen Apfelwickler?
Nein. Gelbtafeln sind vor allem gegen Kirschfruchtfliegen wirksam. Zur Kontrolle des Apfelwicklers werden spezielle Pheromonfallen benötigt.
Wie kann man einem Befall vorbeugen?
Wichtig ist eine gute Hygiene im Obstgarten. Entferne regelmäßig Fallobst, kontrolliere die Früchte und setze bei Bedarf Wellpappgürtel oder Pheromonfallen ein.
Kann der Apfelwickler ganze Ernten zerstören?
Ja. Ohne Gegenmaßnahmen können starke Populationen erhebliche Schäden verursachen. In Obstplantagen sind Ernteverluste von bis zu 80 % möglich.

