Krause Glucke (Sparassis crispa) – Bedeutung für Bäume richtig einordnen

Krause Glucke (Sparassis crispa) mit kraus verzweigtem Fruchtkörper am Stammfuß einer Kiefer

Die Krause Glucke (Sparassis crispa) ist ein auffälliger, stark verzweigter Pilz, der überwiegend im Wurzel- und Stammfußbereich von Nadelbäumen wächst. Trotz ihres beliebten Rufes als Speisepilz ist sie aus baumpflegerischer Sicht nicht unkritisch, da sie eine Braunfäule im Wurzelbereich verursachen kann.

Diese Seite ordnet die Krause Glucke baumfachlich ein und erklärt, welche Bedeutung ihr Auftreten für Vitalität und Standsicherheit von Bäumen haben kann.


Steckbrief Krause Glucke

  • Deutscher Name: Krause Glucke

  • Wissenschaftlicher Name: Sparassis crispa

  • Familie: Sparassidaceae

  • Lebensweise: parasitisch und saprobiontisch

  • Fäuletyp: Braunfäule

  • Befallenes Holz: Wurzel- und Stammfußbereich

  • Wirtspflanzen: überwiegend Nadelbäume

  • Fruchtkörper: einjährig, stark gekräuselt


Woran erkennt man die Krause Glucke?

Typische Merkmale sind:

  • stark kraus und blumenkohlartig verzweigte Fruchtkörper

  • hell cremefarben bis gelblich

  • weiche, elastische Konsistenz

  • Wachstum bodennah, oft halb im Boden verborgen

  • meist im Spätsommer und Herbst sichtbar

Durch ihre ungewöhnliche Form ist die Krause Glucke kaum zu verwechseln.


An welchen Bäumen tritt Sparassis crispa auf?

Die Krause Glucke wächst bevorzugt an Nadelbäumen, insbesondere an:

  • Kiefer

  • Fichte

  • Tanne

  • Lärche

Sie erscheint meist:

  • direkt am Stammfuß

  • im Wurzelanlauf

  • an alten Baumstubben

👉 Übersicht:
Die 50 häufigsten Pilze an Bäumen in Deutschland


Welche Fäule verursacht die Krause Glucke?

Sparassis crispa verursacht eine Braunfäule. Dabei werden:

  • Zellulose und Hemizellulose abgebaut

  • das Lignin weitgehend erhalten

Das Holz wird:

  • dunkel

  • würfelig rissig

  • stark festigkeitsgemindert

👉 Grundlagenwissen:


Bedeutung für die Standsicherheit

Die Krause Glucke ist baumstatistisch relevant, weil:

  • der Befall häufig im Wurzelbereich stattfindet

  • tragende Holzstrukturen betroffen sein können

  • die Stand- und Bruchsicherheit beeinträchtigt wird

Besonders kritisch ist ihr Auftreten bei:

  • Einzelbäumen im Verkehrsraum

  • älteren Nadelbäumen

  • vorgeschädigten Standorten

👉 Praxiswissen:
Baumkontrolle und Verkehrssicherheit


Abgrenzung zu ähnlichen Pilzen

Aufgrund ihrer Form ist die Krause Glucke kaum zu verwechseln. Wichtig ist jedoch die Abgrenzung zu:

  • anderen Wurzel- und Stammfußpilzen mit Braunfäule

  • z. B. Kiefern-Braunporling (Phaeolus schweinitzii)

👉 Vergleich:
Kiefern-Braunporling (Phaeolus schweinitzii)


Ökologische Rolle

Trotz ihrer Relevanz für die Verkehrssicherheit erfüllt die Krause Glucke eine wichtige ökologische Funktion:

  • Abbau alter Wurzelholzstrukturen

  • Förderung von Bodenleben

  • Teil natürlicher Alterungsprozesse im Wald


❓ Häufige Fragen (FAQ)

Ist die Krause Glucke gefährlich für Bäume?

Ja, sie kann die Standsicherheit durch Braunfäule im Wurzelbereich beeinträchtigen.

Muss ein Baum mit Krauser Glucke gefällt werden?

Nicht zwangsläufig. Eine fachliche Baumkontrolle ist erforderlich.

Ist die Krause Glucke ein Speisepilz?

Ja, sie gilt als guter Speisepilz – das ändert jedoch nichts an ihrer baumfachlichen Bedeutung.


Fazit

Die Krause Glucke (Sparassis crispa) ist ein auffälliger Braunfäulepilz an Nadelbäumen. Ihr Auftreten im Wurzel- und Stammfußbereich kann die Standsicherheit erheblich beeinflussen und sollte insbesondere im Verkehrsraum fachlich bewertet werden.

Quellen

  • Roloff, A.: Baumpilze und Holzfäulen

  • LWF Bayern

  • Waldwissen.net

  • eigene fachliche Praxis

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