Häufiger Winterpilz an Laubbäumen – Bedeutung, Holzabbau und Einordnung
Einleitung
Der Samtfußrübling (Flammulina velutipes) ist einer der bekanntesten Winterpilze an Bäumen.
Er fällt besonders in der laubfreien Zeit durch seine leuchtend gelben bis orangefarbenen Hüte auf und wächst häufig in dichten Büscheln an Stämmen und Stubben.
Trotz seines auffälligen Erscheinungsbildes ist der Samtfußrübling in der Regel kein sicherheitsrelevanter Baumpilz. Diese Seite erklärt, woran man ihn erkennt, welche Holzveränderungen er verursacht und warum sein Auftreten meist unproblematisch ist.
Steckbrief Samtfußrübling
Deutscher Name: Samtfußrübling
Wissenschaftlicher Name: Flammulina velutipes
Pilztyp: Blätterpilz
Wirt: Laubbäume
Häufige Wirte: Weide, Pappel, Ulme, Buche
Fäuleart: Weißfäule (schwach)
Besonderheit: wächst bevorzugt im Winter
Woran erkennt man den Samtfußrübling?
Typische Merkmale:
kleine bis mittelgroße Hüte
gelblich bis orangebraun gefärbt
glatte, leicht glänzende Hutoberfläche
dunkler, samtig wirkender Stielgrund
Wachstum in dichten Büscheln
Die Fruchtkörper erscheinen meist:
an totem oder stark geschwächtem Holz
an Stubben
an abgestorbenen Stammteilen
Warum tritt der Samtfußrübling häufig im Winter auf?
Der Samtfußrübling ist an niedrige Temperaturen angepasst.
Er wächst bevorzugt bei:
kühlen Temperaturen
hoher Luftfeuchtigkeit
fehlender Konkurrenz anderer Pilze
Dadurch ist er oft einer der wenigen sichtbaren Pilze in den Wintermonaten.
👉 Grundlegend:
Baumpilze im Winter erkennen
Welche Holzveränderung verursacht der Samtfußrübling?
Flammulina velutipes verursacht eine schwache Weißfäule.
Dabei wird:
vor allem bereits abgestorbenes Holz
oder stark vorgeschädigtes Gewebe
abgebaut.
Der Pilz:
greift in der Regel keine tragenden Holzbereiche an
wirkt langsam und oberflächlich
👉 Hintergrund:
Weißfäule bei Bäumen
Samtfußrübling und Standsicherheit
Der Samtfußrübling gilt nicht als sicherheitsrelevant.
Gründe dafür:
Besiedlung überwiegend von Totholz
geringer Holzabbau
kaum Einfluss auf tragende Strukturen
Sein Auftreten ist meist ein Hinweis auf bereits abgestorbenes Holz, nicht auf eine aktive Gefährdung.
👉 Ergänzend:
Gefährliche Baumpilze – welche die Standsicherheit beeinflussen
Typische Fundorte am Baum
Häufig findet man den Samtfußrübling:
an alten Stubben
an abgestorbenen Ästen
an Rissen in abgestorbenem Holz
im unteren Stammbereich von totem Holz
Lebende, vitale Stammteile werden nur selten besiedelt.
Samtfußrübling im Winter sicher erkennen
Im Winter lässt sich der Pilz gut bestimmen durch:
leuchtende Farben in der laublosen Umgebung
samtig dunklen Stielgrund
büscheliges Wachstum
Verwechslungen sind möglich, daher sollte eine Bestimmung immer sorgfältig erfolgen.
Ökologische Bedeutung
Der Samtfußrübling spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem:
Abbau von Totholz
Rückführung von Nährstoffen
Nahrungsquelle für Insekten
Er ist Teil eines funktionierenden natürlichen Kreislaufs.
Fazit
Der Samtfußrübling ist ein typischer Winterpilz, der überwiegend Totholz besiedelt und in der Regel keine Gefahr für die Standsicherheit darstellt.
Sein Auftreten ist meist ein Zeichen natürlicher Zersetzung und kein Grund zur Sorge.
Nicht jeder auffällige Pilz ist gefährlich –
viele erfüllen wichtige ökologische Aufgaben.
❓ Häufige Fragen zum Samtfußrübling
Ist der Samtfußrübling gefährlich für Bäume?
Nein. Er besiedelt überwiegend abgestorbenes Holz.
Wächst der Samtfußrübling nur im Winter?
Hauptsächlich ja, vereinzelt auch in kühlen Übergangszeiten.
Muss man bei Fund am Baum handeln?
In der Regel nicht. Eine Beobachtung ist ausreichend.
📚 Quellen & weiterführende Informationen
Schwarze, F.W.M.R. (2007): Wood decay under the microscope.
Lonsdale, D. (2013): Ancient and Other Veteran Trees.
Waldwissen.net: Samtfußrübling – Eigenschaften und Vorkommen.
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).
Bundesforschungsinstitut für Wald (BFW).
