Bergahorn (Acer pseudoplatanus)

Bergahorn (Acer pseudoplatanus) mit ausladender Krone und charakteristischen gelappten Blättern

Robuster heimischer Laubbaum – Eigenschaften, Vitalität und Pflege


Einleitung

Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) ist einer der häufigsten heimischen Ahornarten in Deutschland und prägt sowohl Wälder als auch Parks, Straßen und große Gärten. Er gilt als vergleichsweise robust, anpassungsfähig und schnellwachsend. Besonders in höheren Lagen und in feuchteren Klimaregionen ist er weit verbreitet.

Diese Seite ordnet den Bergahorn fachlich ein und beleuchtet typische Merkmale, Standortansprüche, Vitalität, Risiken sowie seine Bedeutung für die Verkehrssicherheit.


Steckbrief

  • Deutscher Name: Bergahorn

  • Wissenschaftlicher Name: Acer pseudoplatanus

  • Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)

  • Alter: bis 400 Jahre

  • Höhe: 25–35 m

  • Kronenform: breit, rundlich bis unregelmäßig

  • Wurzelsystem: Herzwurzler

  • Standort: frisch bis feucht

  • Lichtbedarf: halbschattig bis sonnig

  • Verbreitung: Mittel- und Südeuropa

  • Bedeutung: ökologisch wertvoll, häufige Stadtbaumart


Woran erkennt man den Bergahorn?

Der Bergahorn lässt sich gut an folgenden Merkmalen erkennen:

  • große, fünf­lappige Blätter mit grob gezähntem Rand

  • Blattunterseite meist graugrün und leicht behaart

  • glatte, graue Rinde bei jungen Bäumen

  • im Alter schuppige, sich ablösende Borke

  • geflügelte Früchte („Nasenzwillinge“) mit nahezu waagerechter Stellung

👉 Abgrenzung:
[Spitzahorn (Acer platanoides) 


Standortansprüche und Wachstum

Der Bergahorn bevorzugt:

  • frische bis feuchte Böden

  • nährstoffreiche Substrate

  • kühle bis gemäßigte Klimabedingungen

Er ist deutlich feuchtigkeitsliebender als Feld- oder Spitzahorn, verträgt aber auch zeitweise Trockenphasen. Das Wachstum ist vor allem in jungen Jahren kräftig, später mäßig.

Durch sein Herzwurzelsystem gilt der Bergahorn als relativ standfest.


Typische Schwächen des Bergahorns

Trotz seiner Robustheit zeigt der Bergahorn typische Schwächen:

  • Neigung zu Stamm- und Astfäulen im Alter

  • Rissbildung an stark belichteten Stammseiten

  • erhöhte Bruchgefahr bei Starkästen

  • Empfindlichkeit gegenüber Streusalz im Straßenraum

👉 Ergänzend:
Vitalität von Bäumen erkennen


Baumpilze und Schaderreger am Bergahorn

Am Bergahorn treten regelmäßig holzzersetzende Pilze auf, darunter:

  • Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

  • Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum)

  • Hallimasch (Armillaria mellea)

  • Schillerporlinge (Inonotus spp.)

Diese Pilze können langfristig die Standsicherheit beeinflussen.

👉 Weiterführend:
Gefährliche Baumpilze – welche die Standsicherheit beeinflussen


Bedeutung für die Verkehrssicherheit

Der Bergahorn gilt grundsätzlich als standsicher, zeigt jedoch im Alter häufig Probleme im Kronenbereich. Besonders relevant sind:

  • Starkastabbrüche

  • fortschreitende Holzfäulen

  • asymmetrische Kronenentwicklung

Regelmäßige Kontrollen sind vor allem an Straßen, Wegen und Spielplätzen wichtig.

👉 Praxiswissen:
Baumkontrolle und Verkehrssicherheit


Pflege und Schnitt des Bergahorns

Der Bergahorn ist schnittverträglich, sollte jedoch nicht zu stark zurückgeschnitten werden:

  • Pflegeschnitte bevorzugt im Spätwinter

  • größere Eingriffe möglichst vermeiden

  • Ableitungsschnitte statt Kappungen

  • Totholz regelmäßig entfernen

👉 Ergänzend:
Baum im Winter beurteilen – worauf jetzt achten


Bergahorn im Klimawandel

Der Bergahorn gilt als mäßig klimastabil. Er kommt mit veränderten Niederschlagsmustern meist gut zurecht, reagiert jedoch empfindlich auf:

  • extreme Hitzeperioden

  • langanhaltende Trockenheit

  • starke Bodenverdichtung

In kühleren, feuchteren Regionen bleibt er weiterhin eine wichtige Baumart.


Fazit

Der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) ist ein robuster, anpassungsfähiger Laubbaum mit hoher Bedeutung für Wälder, Parks und den Siedlungsraum. Trotz guter Standfestigkeit können Alter, Pilzbefall und Kronenprobleme die Verkehrssicherheit beeinflussen. Eine fachkundige Pflege und regelmäßige Kontrolle sind daher unerlässlich.


❓ Häufige Fragen zum Bergahorn (FAQ)

Ist der Bergahorn ein guter Stadtbaum?

Ja, sofern ausreichend Platz und Bodenfeuchte vorhanden sind.

Wird der Bergahorn sehr groß?

Ja, er kann Höhen bis 35 Meter erreichen und benötigt viel Raum.

Ist der Bergahorn schnittverträglich?

Grundsätzlich ja, starke Rückschnitte sollten jedoch vermieden werden.

Quellen

  • Waldwissen.net – Ahornarten im Überblick

  • LWF Bayern – Baumartenporträts

  • Roloff, A. et al.: Baumkontrolle – Praxis und Recht

  • eigene fachliche Praxis

 

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