Weißfäule und Braunfäule – Unterschiede einfach erklärt

Vergleich von Weißfäule und Braunfäule: unterschiedliche Holzstrukturen durch holzzersetzende Baumpilze

Was holzzersetzende Pilze im Baum bewirken und warum das wichtig ist


Einleitung

Baumpilze bauen Holz ab – doch nicht jeder Pilz wirkt auf die gleiche Weise.
Besonders häufig fallen in diesem Zusammenhang die Begriffe Weißfäule und Braunfäule.

Dieser Beitrag erklärt verständlich und ohne Fachchinesisch,
was Weißfäule und Braunfäule unterscheidet, wie sie entstehen und warum diese Unterschiede für die Einschätzung von Bäumen entscheidend sind.


Was bedeutet Holzabbau durch Pilze?

Holz besteht im Wesentlichen aus drei Hauptbestandteilen:

  • Zellulose

  • Hemicellulose

  • Lignin

Holzzersetzende Pilze nutzen diese Stoffe als Nahrungsquelle.
Je nachdem, welche Bestandteile abgebaut werden, spricht man von Weißfäule oder Braunfäule.

👉 Grundsätzliches dazu findest du auch im Beitrag
Baumpilze erkennen und richtig einordnen


Was ist Weißfäule?

Bei der Weißfäule wird vor allem das Lignin abgebaut – der Stoff, der dem Holz seine dunklere Farbe und einen großen Teil seiner Festigkeit verleiht.

Typische Merkmale der Weißfäule:

  • Holz wird heller, oft weißlich

  • faserige, weiche Struktur

  • Holz lässt sich längs zerreißen

  • Festigkeit nimmt schleichend ab

Viele bekannte Baumpilze verursachen Weißfäule.

👉 Beispiele:


Was ist Braunfäule?

Bei der Braunfäule wird vor allem die Zellulose abgebaut.
Das Lignin bleibt weitgehend erhalten, wodurch das Holz seine braune Farbe behält.

Typische Merkmale der Braunfäule:

  • braune bis dunkelbraune Holzfarbe

  • würfelartige Bruchstücke („Würfelbruch“)

  • Holz wird spröde und bricht plötzlich

  • Tragfähigkeit kann sehr schnell verloren gehen

Braunfäule gilt deshalb oft als kritischer für die Standsicherheit.

👉 Ein bekanntes Beispiel:
Wurzelschwamm


Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

MerkmalWeißfäuleBraunfäule
Abgebauter BestandteilLigninZellulose
Holzfarbehell / weißlichbraun
Holzstrukturfaserigwürfelartig, spröde
Festigkeitsverlustlangsamoft plötzlich
Gefährdungabhängig vom Ausmaßhäufig hoch

Warum ist der Unterschied so wichtig?

Für die Beurteilung von Bäumen – besonders im Bereich der Verkehrssicherheit – ist entscheidend:

  • wie schnell Holz an Festigkeit verliert

  • wo der Abbau stattfindet (Stamm, Stammfuß, Wurzelbereich)

Ein Baum mit Weißfäule kann unter Umständen lange standsicher bleiben,
während Braunfäule häufig mit einem raschen Verlust der Tragfähigkeit verbunden ist.

👉 Ergänzend dazu:
Alte Bäume richtig einschätzen – wann Handlungsbedarf besteht


Kann man Weißfäule oder Braunfäule von außen erkennen?

Nicht immer.
Oft sind es Pilzfruchtkörper, die Hinweise auf die Art des Holzabbaus geben.
Das Holz selbst ist von außen meist nicht sichtbar.

👉 Deshalb wichtig:
Baumpilze richtig erkennen und bewerten


Fazit

Weißfäule und Braunfäule sind keine abstrakten Fachbegriffe, sondern beschreiben grundlegend unterschiedliche Abbauprozesse im Holz.

Wer den Unterschied kennt, kann Risiken besser einschätzen –
und Bäume differenzierter beurteilen.


❓ Häufige Fragen

Ist Weißfäule harmlos?

Nein. Weißfäule kann ebenfalls die Tragfähigkeit beeinträchtigen – meist langsamer, aber nicht ungefährlich.

Ist Braunfäule immer gefährlich?

Braunfäule gilt als besonders kritisch, da die Festigkeit des Holzes oft plötzlich abnimmt.

Kann man Holzabbau stoppen?

Nein. Der Pilz lässt sich im Holz nicht entfernen. Entscheidend ist die fachliche Einschätzung des Risikos.

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