Die Buckel-Tramete (Trametes gibbosa) ist ein häufig vorkommender, auffälliger Porling an Laubbäumen. Charakteristisch sind ihre buckelig gewölbten, hellen Fruchtkörper, die meist in Gruppen an abgestorbenem oder stark geschädigtem Holz erscheinen. Aus baumpflegerischer Sicht ist sie in erster Linie ein Weißfäulepilz an Totholz und nur selten direkt verkehrssicherheitsrelevant.
Diese Seite ordnet die Buckel-Tramete baumfachlich ein und erklärt, was ihr Auftreten über den Zustand des Holzes aussagt.
Steckbrief Buckel-Tramete
Deutscher Name: Buckel-Tramete
Wissenschaftlicher Name: Trametes gibbosa
Familie: Polyporaceae
Lebensweise: saprobiontisch
Fäuletyp: Weißfäule
Substrat: abgestorbenes Laubholz
Fruchtkörper: konsolenartig, buckelig gewölbt
Vorkommen: ganzjährig sichtbar
Woran erkennt man die Buckel-Tramete?
Typische Merkmale der Buckel-Tramete sind:
große, halbkreisförmige Konsolen
deutlich buckelig gewölbte Oberseite
helle bis grauweiße Färbung
harte, zähe Konsistenz
grobporige Unterseite mit eckigen Poren
Die Fruchtkörper wirken oft massiv und stabil und können mehrere Jahre bestehen bleiben.
An welchen Bäumen tritt die Buckel-Tramete auf?
Die Buckel-Tramete wächst bevorzugt an Laubbäumen, insbesondere an:
Buche
Ahorn
Eiche
Hainbuche
Ulme
Besiedelt werden vor allem:
liegende Stämme
abgestorbene Stammteile
alte Stubben
stark geschädigte Äste
👉 Weiterführend:
Die 50 häufigsten Pilze an Bäumen in Deutschland
Holzabbau und Fäuletyp
Trametes gibbosa verursacht eine Weißfäule.
Dabei werden sowohl Lignin als auch Zellulose abgebaut. Das Holz wird:
heller
faserig
strukturell geschwächt
Der Abbau erfolgt überwiegend an bereits totem Holz.
👉 Ergänzend:
Bedeutung für lebende Bäume
Die Buckel-Tramete ist:
kein Primärschädiger
fast ausschließlich an abgestorbenem Holz zu finden
kein typischer Pilz vitaler Stamm- oder Wurzelbereiche
Ihr Auftreten an einem lebenden Baum weist meist auf lokal abgestorbene Holzbereiche hin, nicht auf eine systemische Erkrankung.
Bedeutung für die Verkehrssicherheit
In der Baumkontrolle gilt:
die Buckel-Tramete selbst ist meist unkritisch
relevant wird sie, wenn:
größere tote Stammabschnitte betroffen sind
Fruchtkörper an tragenden Teilen auftreten
Holz im Verkehrsraum stark zersetzt ist
👉 Praxiswissen:
Baumkontrolle und Verkehrssicherheit
Abgrenzung zu ähnlichen Trameten
Die Buckel-Tramete kann verwechselt werden mit:
Schmetterlingstramete (Trametes versicolor)
Striegeliger Tramete (Trametes hirsuta)
Unterscheidungsmerkmale sind vor allem:
Größe
buckelige Wuchsform
grobe Poren
Ökologische Bedeutung
Als Weißfäulepilz spielt die Buckel-Tramete eine wichtige Rolle im Ökosystem:
Abbau von Totholz
Rückführung von Nährstoffen
Schaffung von Lebensräumen für Insekten
Sie trägt zur natürlichen Zersetzung und Bodenbildung bei.
❓ Häufige Fragen (FAQ)
Ist die Buckel-Tramete gefährlich für Bäume?
Nein. Sie besiedelt in der Regel nur bereits abgestorbenes Holz.
Muss ein Baum bei Befall gefällt werden?
Nein. Entscheidend ist die Vitalität und Statik des Baumes.
Ist die Buckel-Tramete essbar?
Nein, sie gilt als ungenießbar.
Fazit
Die Buckel-Tramete (Trametes gibbosa) ist ein häufiger Weißfäulepilz an Laubholz und in den meisten Fällen kein sicherheitsrelevanter Schadpilz. Ihr Auftreten zeigt vor allem abgestorbenes Holz an und ist ökologisch wertvoll.
Quellen
Waldwissen.net
LWF Bayern
Roloff, A.: Baumpilze und Holzfäulen
eigene fachliche Praxis

