Der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans) ist ein auffällig gefärbter Baumpilz, der vor allem an abgestorbenem Laubholz vorkommt. Charakteristisch sind seine weichfleischigen, zimt- bis orangebraunen Fruchtkörper, die sich deutlich von den meist zäheren Porlingen unterscheiden.
Aus baumpflegerischer Sicht ist der Zimtfarbene Weichporling in der Regel von geringer Bedeutung, da er überwiegend Totholz besiedelt und nur selten an lebenden Bäumen relevant wird.
Steckbrief Zimtfarbener Weichporling
Deutscher Name: Zimtfarbener Weichporling
Wissenschaftlicher Name: Hapalopilus rutilans
Familie: Polyporaceae
Fäuletyp: Weißfäule
Lebensweise: saprobiontisch
Substrat: abgestorbenes Laubholz
Fruchtkörper: einjährig, konsolenförmig, weich
Bedeutung für die Verkehrssicherheit: gering
Erkennungsmerkmale
Der Zimtfarbene Weichporling bildet weiche, schwammige bis leicht elastische Fruchtkörper, die meist konsolenförmig am Holz sitzen. Die Oberseite zeigt eine auffällige zimt-, rost- bis orangebraune Färbung, die besonders bei frischen Exemplaren intensiv wirkt.
Typische Merkmale sind:
weichfleischige Konsistenz
matte bis leicht samtige Oberfläche
rundliche, feine Poren auf der Unterseite
Verfärbung des Fruchtkörpers bei Druck oder Verletzung
Durch seine weiche Struktur unterscheidet sich der Pilz gut von härteren Arten wie dem Gemeinen Feuerschwamm (Phellinus igniarius) oder dem Glänzenden Lackporling (Ganoderma lucidum).
Vorkommen und Substrat
Der Zimtfarbene Weichporling wächst überwiegend an Laubbäumen. Typische Substrate sind:
abgestorbene Äste
Stammabschnitte
liegendes Totholz
Häufige Wirtsbäume sind Buche, Eiche und Birke. Der Pilz tritt meist vom Frühjahr bis in den Herbst auf und gehört zu den Arten, die regelmäßig auch in Übersichten wie „Die 50 häufigsten Pilze an Bäumen in Deutschland“ geführt werden.
Holzabbau – Weißfäule
Hapalopilus rutilans verursacht eine Weißfäule, bei der sowohl Lignin als auch Zellulose abgebaut werden. Das betroffene Holz wird dabei:
heller
faserig
zunehmend weich
Der Abbau betrifft in der Regel bereits abgestorbenes Holz. Im Vergleich zu stärker holzzerstörenden Arten wie dem Riesenporling (Meripilus giganteus) oder dem Birken-Zungenporling (Fistulina hepatica) ist der Zersetzungsprozess weniger tiefgreifend.
Grundlagen zu diesem Fäuletyp findest du im Beitrag „Weißfäule – Unterschiede zur Braunfäule einfach erklärt“.
Bedeutung für die Verkehrssicherheit
In der Baumkontrolle wird der Zimtfarbene Weichporling meist als sekundärer Totholzbesiedler eingeordnet. Sein Auftreten allein ist kein Hinweis auf eine akute Gefährdung der Standsicherheit.
Eine genauere Betrachtung ist sinnvoll, wenn:
größere Totholzbereiche im Verkehrsraum vorhanden sind
Fruchtkörper an stark vorgeschädigten Stammabschnitten auftreten
Grundsätzlich gilt – wie im Beitrag „Baumkontrolle und Verkehrssicherheit“ beschrieben – immer die Gesamtbeurteilung des Baumes, nicht der einzelne Pilznachweis.
Abgrenzung zu ähnlichen Baumpilzen
Der Zimtfarbene Weichporling kann mit anderen farbigen Porlingen verwechselt werden, etwa mit:
Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist jedoch die deutlich weichere Konsistenz der Fruchtkörper.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist der Zimtfarbene Weichporling gefährlich für Bäume?
In der Regel nein. Er besiedelt überwiegend abgestorbenes Holz.
Muss ein Baum bei Auftreten gefällt werden?
Nein. Meist reicht eine reguläre Kontrolle aus.
Ist der Zimtfarbene Weichporling giftig?
Ja. Der Pilz gilt als giftig und ist nicht essbar.
Fazit
Der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans) ist ein auffällig gefärbter Weißfäulepilz an Laubholz-Totholz. Er besitzt nur eine geringe Bedeutung für die Standsicherheit lebender Bäume und ist in der Baumkontrolle meist unproblematisch. Sein Auftreten weist vor allem auf natürliche Holzabbauprozesse hin.
Quellen
Roloff, A.: Baumpilze und Holzfäulen
LWF Bayern
Waldwissen.net
Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM)

