Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus rutilans) – Weißfäule an Laubbäumen

Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus rutilans) mit zimtfarbenen Fruchtkörpern an abgestorbenem Laubholz

Der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans) ist ein auffällig gefärbter Baumpilz, der vor allem an abgestorbenem Laubholz vorkommt. Charakteristisch sind seine weichfleischigen, zimt- bis orangebraunen Fruchtkörper, die sich deutlich von den meist zäheren Porlingen unterscheiden.
Aus baumpflegerischer Sicht ist der Zimtfarbene Weichporling in der Regel von geringer Bedeutung, da er überwiegend Totholz besiedelt und nur selten an lebenden Bäumen relevant wird.


Steckbrief Zimtfarbener Weichporling

  • Deutscher Name: Zimtfarbener Weichporling

  • Wissenschaftlicher Name: Hapalopilus rutilans

  • Familie: Polyporaceae

  • Fäuletyp: Weißfäule

  • Lebensweise: saprobiontisch

  • Substrat: abgestorbenes Laubholz

  • Fruchtkörper: einjährig, konsolenförmig, weich

  • Bedeutung für die Verkehrssicherheit: gering


Erkennungsmerkmale

Der Zimtfarbene Weichporling bildet weiche, schwammige bis leicht elastische Fruchtkörper, die meist konsolenförmig am Holz sitzen. Die Oberseite zeigt eine auffällige zimt-, rost- bis orangebraune Färbung, die besonders bei frischen Exemplaren intensiv wirkt.

Typische Merkmale sind:

  • weichfleischige Konsistenz

  • matte bis leicht samtige Oberfläche

  • rundliche, feine Poren auf der Unterseite

  • Verfärbung des Fruchtkörpers bei Druck oder Verletzung

Durch seine weiche Struktur unterscheidet sich der Pilz gut von härteren Arten wie dem Gemeinen Feuerschwamm (Phellinus igniarius) oder dem Glänzenden Lackporling (Ganoderma lucidum).


Vorkommen und Substrat

Der Zimtfarbene Weichporling wächst überwiegend an Laubbäumen. Typische Substrate sind:

  • abgestorbene Äste

  • Stammabschnitte

  • liegendes Totholz

Häufige Wirtsbäume sind Buche, Eiche und Birke. Der Pilz tritt meist vom Frühjahr bis in den Herbst auf und gehört zu den Arten, die regelmäßig auch in Übersichten wie Die 50 häufigsten Pilze an Bäumen in Deutschland geführt werden.


Holzabbau – Weißfäule

Hapalopilus rutilans verursacht eine Weißfäule, bei der sowohl Lignin als auch Zellulose abgebaut werden. Das betroffene Holz wird dabei:

  • heller

  • faserig

  • zunehmend weich

Der Abbau betrifft in der Regel bereits abgestorbenes Holz. Im Vergleich zu stärker holzzerstörenden Arten wie dem Riesenporling (Meripilus giganteus) oder dem Birken-Zungenporling (Fistulina hepatica) ist der Zersetzungsprozess weniger tiefgreifend.
Grundlagen zu diesem Fäuletyp findest du im Beitrag Weißfäule – Unterschiede zur Braunfäule einfach erklärt.


Bedeutung für die Verkehrssicherheit

In der Baumkontrolle wird der Zimtfarbene Weichporling meist als sekundärer Totholzbesiedler eingeordnet. Sein Auftreten allein ist kein Hinweis auf eine akute Gefährdung der Standsicherheit.

Eine genauere Betrachtung ist sinnvoll, wenn:

  • größere Totholzbereiche im Verkehrsraum vorhanden sind

  • Fruchtkörper an stark vorgeschädigten Stammabschnitten auftreten

Grundsätzlich gilt – wie im Beitrag Baumkontrolle und Verkehrssicherheit beschrieben – immer die Gesamtbeurteilung des Baumes, nicht der einzelne Pilznachweis.


Abgrenzung zu ähnlichen Baumpilzen

Der Zimtfarbene Weichporling kann mit anderen farbigen Porlingen verwechselt werden, etwa mit:

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist jedoch die deutlich weichere Konsistenz der Fruchtkörper.


Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Zimtfarbene Weichporling gefährlich für Bäume?
In der Regel nein. Er besiedelt überwiegend abgestorbenes Holz.

Muss ein Baum bei Auftreten gefällt werden?
Nein. Meist reicht eine reguläre Kontrolle aus.

Ist der Zimtfarbene Weichporling giftig?
Ja. Der Pilz gilt als giftig und ist nicht essbar.


Fazit

Der Zimtfarbene Weichporling (Hapalopilus rutilans) ist ein auffällig gefärbter Weißfäulepilz an Laubholz-Totholz. Er besitzt nur eine geringe Bedeutung für die Standsicherheit lebender Bäume und ist in der Baumkontrolle meist unproblematisch. Sein Auftreten weist vor allem auf natürliche Holzabbauprozesse hin.


Quellen

  • Roloff, A.: Baumpilze und Holzfäulen

  • LWF Bayern

  • Waldwissen.net

  • Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM)

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