Die 50 häufigsten Pilze an Bäumen in Deutschland – Von gefährlich bis ungefährlich

Übersicht häufiger Pilze an Bäumen in Deutschland mit verschiedenen Baumpilzarten an Stamm und Stammfuß

Übersicht, Einordnung und Bedeutung für Bäume und Standsicherheit


Einleitung

Pilze an Bäumen sind in Deutschland weit verbreitet. Sie treten in Wäldern, Parks, Gärten und im Straßenraum auf und werden häufig erst wahrgenommen, wenn ihre Fruchtkörper deutlich sichtbar sind. Gerade dann entstehen schnell Unsicherheit und die Frage, ob von einem Baum eine Gefahr ausgeht.

Diese Seite bietet eine Übersicht der 50 häufigsten Pilze an Bäumen in Deutschland. Sie reicht von Arten, die unter bestimmten Umständen Einfluss auf die Standsicherheit haben können, bis hin zu Pilzen, die überwiegend Totholz besiedeln und meist unproblematisch sind.

Die Übersicht dient als Orientierungshilfe. Eine fundierte Bewertung hängt immer vom Standort, der Baumart, der Ausdehnung des Befalls und weiteren Begleitmerkmalen ab.

👉 Grundlegend zum Thema:
Baumpilze an Bäumen erkennen und richtig einordnen


Wie diese Übersicht zu verstehen ist

Ein Baumpilz ist keine Krankheit im klassischen Sinne. Pilze nutzen vorhandene Schwächen im Holz, etwa durch Alterung, Verletzungen oder frühere Schäden.

Wichtig:

  • Ein sichtbarer Pilz bedeutet nicht automatisch Gefahr

  • Die Einordnung erfolgt immer im Gesamtkontext des Baumes

  • Standort und Nutzung spielen eine zentrale Rolle

👉 Ergänzend:
Die 10 Anzeichen für mangelnde Verkehrssicherheit bei Bäumen


Pilze an Bäumen mit möglichem Einfluss auf die Standsicherheit

Die folgenden Pilze können – abhängig von Befallsort und Ausdehnung – Einfluss auf die Tragfähigkeit von Stamm oder Wurzelholz haben. Eine sachliche Beobachtung und gegebenenfalls weiterführende Einschätzung ist hier sinnvoll.

Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

Langsam wirkender Weißfäulepilz, häufig an Buche und Birke.

Hallimasch (Armillaria spp.)

Aggressiver Wurzel- und Stockfäulepilz mit möglichem Einfluss auf die Standfestigkeit.

Riesenporling (Meripilus giganteus)

Weißfäule im Wurzelbereich, besonders an Buche.

Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum)

Langfristiger Holzabbau im Stammfuß- und Stammholz.

Rotrandiger Baumschwamm (Fomitopsis pinicola)

Braunfäulepilz an Laub- und Nadelbäumen.

Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)

Braunfäule im Kernholz, häufig an Eiche und Weide.

Birkenporling (Piptoporus betulinus)

Braunfäule an Birken, oft deutlich sichtbar.

Eichenwirrling (Daedalea quercina)

Weißfäule im Kernholz alter Eichen.

Riesen-Schillerporling (Inonotus hispidus)

Weißfäule an Stamm und Starkästen, häufig an Obstbäumen.

Feuerschwamm (Phellinus igniarius)

Langsam fortschreitende Weißfäule.

Kiefern-Braunporling (Phaeolus schweinitzii)

Braunfäule im Wurzelbereich von Nadelbäumen.

Wurzelschwamm (Heterobasidion spp.)

Bedeutender Wurzelfäulepilz, v. a. an Nadelbäumen.

Zottiger Schillerporling (Inonotus hispidus)

Weißfäule, häufig an Laubbäumen in Siedlungsbereichen.

Samtfußrübling (Flammulina velutipes)

Meist saprophytisch, bei lebenden Bäumen differenziert zu betrachten.

Schuppiger Porling (Polyporus squamosus)

Weißfäule, häufig an geschwächten Laubbäumen.


Häufige Baumpilze ohne akute Gefährdung

Die folgenden Pilze besiedeln überwiegend Totholz oder bereits abgestorbene Holzbereiche. Sie haben in der Regel keinen direkten Einfluss auf die Standsicherheit lebender Bäume.

Schmetterlingstramete (Trametes versicolor)

Ökologisch wertvoller Weißfäulepilz.

Striegeliger Schichtpilz (Stereum hirsutum)

Oberflächlicher Holzabbau, meist harmlos.

Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare)

Typischer Totholzpilz.

Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Häufig an abgestorbenem Holz, besonders im Winter sichtbar.

Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis)

Saprophytisch auf Totholz.

Samtiger Schichtpilz (Stereum subtomentosum)

Buckel-Tramete (Trametes gibbosa)

Zunderschwamm-Begleitarten

Judasohr (Auricularia auricula-judae)

Gemeiner Spaltblättling (Schizophyllum commune)

Rauchblättriger Schwefelkopf (Hypholoma capnoides)

Glänzender Lackporling (Ganoderma lucidum)

Gemeiner Feuerschwamm (Phellinus igniarius, an Totholz)

Krause Glucke (Sparassis crispa)

Tannen-Blättling (Gloeophyllum abietinum)

Zaunblättling (Gloeophyllum sepiarium)

Blutender Schichtpilz (Stereum sanguinolentum)

Birken-Zungenporling (Fistulina hepatica)

Rötender Trametenporling (Daedaleopsis confragosa)

Rosablättriger Schichtpilz (Stereum rugosum)

Löwengelber Porling (Polyporus varius)

Eichen-Wirrling-Begleitarten

Vielgestaltige Tramete (Trametes multicolor)

Duft-Tramete (Trametes suaveolens)

Zimtfarbener Weichporling (Hapalopilus rutilans)


Weißfäule und Braunfäule – warum das wichtig ist

Baumpilze verursachen unterschiedliche Arten der Holzfäule:

  • Weißfäule: Abbau von Lignin und Zellulose

  • Braunfäule: Abbau der Zellulose, sprödes Restholz

Der Fäuletyp beeinflusst:

  • Tragfähigkeit

  • Bruchverhalten

  • Sicherheitsbewertung

👉 Ausführlich erklärt:
Weißfäule und Braunfäule – Unterschiede einfach erklärt


Pilze an Bäumen und Verkehrssicherheit

Besondere Aufmerksamkeit ist sinnvoll, wenn:

  • Pilze im Stammfußbereich auftreten

  • mehrere Auffälligkeiten zusammenkommen

  • der Baum an Wegen oder Straßen steht

👉 Weiterführend:


Fazit

Pilze an Bäumen sind ein natürlicher Bestandteil des Ökosystems.
Nicht jeder Pilz ist gefährlich, aber jeder Pilz verdient eine sachliche Einordnung.

Diese Übersicht hilft dabei, häufige Arten zu erkennen, richtig einzuordnen und bei Bedarf gezielt weiterführende Informationen zu nutzen.


❓ Häufige Fragen zu Pilzen an Bäumen

Sind Pilze an Bäumen immer ein Problem?

Nein. Viele Pilze zersetzen ausschließlich Totholz.

Muss ein Baum mit Pilz gefällt werden?

Nein. Maßnahmen sollten immer auf einer fachlichen Bewertung beruhen.

Warum sind Pilze im Winter besonders sichtbar?

Durch fehlende Belaubung und Fruchtkörperbildung.

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