Eichenprozessionsspinner: Eine Herausforderung für Mensch und Baum

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Schmetterling, dessen Raupen nicht nur Eichenbäume schädigen, sondern auch eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Menschen darstellen. Die Raupen sind vor allem für ihre allergieauslösenden Brennhaare bekannt.


Merkmale des Eichenprozessionsspinners

  • Schmetterling:
    • Unauffällige graubraune Färbung mit einer Flügelspannweite von 25-35 mm.
  • Raupen:
    • Bis zu 5 cm lang, mit charakteristischen Brennhaaren, die bei Berührung Reizungen auslösen.
    • Bilden typische "Prozessionen" beim Wandern von einem Baum zum nächsten.
  • Nester:
    • Seidenartige Gespinste, meist an Baumstämmen oder in Astgabeln.

Schadbild an der Eiche

  1. Kahlfraß:
    • Die Raupen fressen die Blätter der Eiche und können bei starkem Befall die gesamte Krone entlauben.
  2. Schwächung des Baums:
    • Wiederholter Befall reduziert die Vitalität und macht den Baum anfälliger für andere Krankheiten und Schädlinge.
  3. Sekundärschäden:
    • Geschwächte Bäume werden oft von Pilzen oder Käfern befallen.

Gefahr für Menschen

  • Brennhaare:
    • Enthalten das Protein Thaumetopoein, das allergische Reaktionen auslösen kann.
    • Symptome umfassen Hautausschlag, Atemwegsprobleme und Augenreizungen.
  • Gefährdete Gruppen:
    • Besonders betroffen sind Forstarbeiter, Gärtner und Anwohner in befallenen Gebieten.

Verbreitung und Lebenszyklus

  • Verbreitung:
    • Ursprünglich in Südeuropa heimisch, breitet sich der Eichenprozessionsspinner aufgrund des Klimawandels zunehmend nach Norden aus.
  • Lebenszyklus:
    • Die Raupen schlüpfen im Frühjahr und entwickeln sich über mehrere Wochen. Im Sommer verpuppen sie sich und schlüpfen als Schmetterlinge.

Vorbeugung und Bekämpfung

  1. Mechanische Entfernung:
    • Nester sollten von Fachleuten entfernt werden, um Gesundheitsrisiken zu minimieren.
  2. Förderung natürlicher Feinde:
    • Vögel wie Kuckuck oder Meisen sowie parasitische Insekten wie Schlupfwespen können zur Kontrolle beitragen.
  3. Insektizide:
    • Einsatz von biologischen oder chemischen Mitteln bei starkem Befall.
  4. Schutzmaßnahmen:
    • Aufstellen von Warnschildern und Sperrung betroffener Bereiche.

Wussten Sie schon?

  • Ein einziges Raupennest kann bis zu 700.000 Brennhaare enthalten, die bis zu 8 Jahre aktiv bleiben können.
  • Die Prozessionen der Raupen sind ein einzigartiges Verhalten, das ihren deutschen Namen inspiriert hat.
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